Warum wir trotz Corona fliegen

Durch Corona müssen wir alle mit Einschränkungen leben. Dazu zählt auch, dass wir alle nur noch Individualsport ausüben dürfen. Zwar ist das Motorfliegen sehr individuell, dennoch haben wir uns den ganzen Winter streng an die Vorschriften gehalten und auch Werkstattarbeiten etc. so viel wie nötig reduziert. Das heißt auch, dass wir die Arbeiten unter den zum jeweiligen Zeitpunkt gültigen Vorschriften durchgeführt haben.

Immer einsatzbereit. Unsere Einsatzflugzeuge müssen jederzeit starten können. (Foto aus dem Jahr 2018)

Die letzten Wochenenden war das Wetter wieder besser. Das trieb viele Fahrradfahrer nach draußen, von denen einige selbstverständlich auch an unserem Flugplatz vorbei fuhren. Diese haben sich vielleicht gewundert warum bei uns Flugzeuge starten und landen. Während es viele Piloten schon in den Fingern juckt, halten wir unseren Flugbetrieb zurück. Mit einer Ausnahme: Flüge für die Luftrettungsstaffel. Als Mitglied der Luftrettungsstaffel stellen wir Piloten, Flugzeug und Flugplatz zur Verfügung um die Überwachung von Waldbränden, Transport dringlicher Medikamente (und auch Impfstoffe), Suchflügen und mehr zu ermöglichen.

Unsere Einsatzpiloten und Flugzeuge müssen gesetzliche Vorgaben erfüllen. Dazu zählt zum Beispiel, dass ein Pilot eine gewisse Anzahl an Starts und Landungen in der letzten Zeit braucht, um einen Luftbeobachter mitnehmen zu dürfen. Auch das Flugzeug muss gewartet werden. Ähnlich wie bei einem Auto eine Werkstattfahrt vom Mechaniker durchgeführt wird gibt es auch sogenannte Werkstattflüge. Die Gefahr der Übertragung durch das Corona Virus ist bei solchen Flügen sehr gering. Zu jeder Zeit können große Abstände eingehalten werden, wir sind an der freien Luft und brauchen nicht viele Helfer.

Wir führen seit kurzem diese Flüge durch. Wie der Präsident der Luftrettungsstaffel in einem Schreiben vor kurzem verlauten lies: “Noch ist unser Einsatz nicht notwendig! Aber die Notwendigkeit [von Einsatzflügen] (z.B. Transport von Impfmaterial) kann sich sehr schnell ergeben”.

Feuer an der A93

Aus der Luft lassen sich Rauchfahnen gut aus der Ferne sehen. Erst bei näherem Betrachten sind die wirklichen Ausmaße eines Feuers zu erkennen. (Foto vom 03.03.2021)

Erst vergangenen Mittwoch haben wir einen Flug durchgeführt, und, so unglaublich es klingt, einen Brand beobachten können. Unabhängig davon, ob wir bei einem Einsatzflug sind, oder unserem Hobby nachgehen, überprüfen wir jeden Brand den wir entdecken aus der Luft. Wir achten dabei darauf ob der Brand unter Kontrolle ist oder ob die Feuerwehr schon dort oder auf dem Weg ist (das Blaulicht ist aus der Luft auch gut sichtbar). Wenn dies nicht der Fall ist, benachrichtigen wir aus der Luft die Behörden. So haben unsere Piloten auch am Mittwoch den Brand dokumentiert, bei dem es sich aber glücklicherweise nur um ein kleines Lagerfeuer mit starker Rauchentwicklung handelte.

 

Weitere Informationen zu den Aktivitäten des LSV Pfaffenhofen in der Luftrettungsstaffel Bayern gibt es auf unserer Website und in einem weiteren Beitrag.

Patrick Burkart

Patrick Burkart ist seit 2009 Mitglied im Luftsportverein. Seit 2016 hat er die Aufgabe als Schriftführer übernommen. Neben seiner Leidenschaft fürs Fliegen ist er Student der Wirtschaftsinformatik und spielt Volleyball.