Warum trotz Corona Flugzeuge beim LSV starten

Auf keinen Fall zu unterschätzen: Zur Corona-Krise ist in den letzten Tagen auch noch die Waldbrandgefahr in Bayern hoch gewesen. Es wäre nicht auszudenken was passieren würde, wenn jetzt ein größerer Waldbrand ausbrechen würde. Die Feuerwehr könnte nicht mehr bei der Unterstützung in der Corona-Krise mitwirken sondern müsste stattdessen den Kampf gegen die Flammen antreten. Diese Aufgabe wäre hinsichtlich der Sicherheitsmaßnahmen zur Vermeidung von Ansteckung sicherlich noch schwieriger als sie es ohnehin schon ist.

Motorsegler Scheibe SF25 C

Ein Einsatzflugzeug des LRSt-Stützpunkt Pfaffenhofen kurz vor dem Start

Um dies zu verhindern hat der Luftsportverein (LSV) Pfaffenhofen im Namen der Luftrettungsstaffel (kurz: LRSt) in den letzten Tagen immer wieder Beobachtungsflüge durchgeführt. Diese angeordneten Flüge wurden täglich durchgeführt und dienten hauptsächlich dem Auffinden von Waldbränden. Diese sind aus der Luft leichter zu lokalisieren. Neben dem speziell ausgebildeten Piloten sitzt auch ein Luftbeobachter mit an Bord. Beide machen diese Flüge ehrenamtlich.
Mit einem Funkgerät ist die Besatzung im Fall der Fälle direkt mit den Einsatzkräften verbunden.
Wird ein Waldbrand gefunden kann dieser ohne Umwege gemeldet werden. Das Ausmaß des Brandes, kritische Stellen und die besten Wege zu dem Brand können aus der Luft ebenfalls besser ausgemacht werden als vom Boden aus. Die Feuerwehr kann dann von oben bei der Bekämpfung unterstützt werden.

Wie hilft der LSV Pfaffenhofen?

Waldbrand aus Sicht eines Flugzeuges

Von oben ist ein Waldbrand besonders gut zu überblicken

Der LSV Pfaffenhofen ist ein Stützpunkt der Luftrettungsstaffel und stellt sowohl Piloten, Flugzeug und Startplatz für die Flüge zur Verfügung. Doch nicht nur für den Waldbrand. Auch der Borkenkäferbefall lässt sich bei dieser Gelegenheit überwachen. Außerdem kann der LSV Pfaffenhofen bei Katastrophen wie Hochwasser oder bei der Suche nach vermissten Personen unterstützen. Aufgrund der Nähe zu den Alpen wäre sogar ein Flug nach einer Lawine denkbar.
Wo möglich unterstützt der LSV Pfaffenhofen im Moment die Prävention von Waldbränden. Und das nicht nur im Landkreis Pfaffenhofen. Die Flugroute der Überprüfungsflüge ist teils unterschiedlich, führt jedoch meistens über Schrobenhausen, Aichach, Dachau, Allershausen, Moosburg und über Mainburg wieder zurück zum Flugplatz bei Geisenfeld.

Zu der Flotte des LRSt-Stützpunkt Pfaffenhofen gehört auch ein Hubschrauber

Da wir kontinuierlich die Bereitschaft der Flugzeuge und des Flugplatzes sicherstellen, müssen wir uns der Pflege des Materials und der Landebahn widmen. Auch in Zeiten von Corona. Neben den Piloten und Luftbeobachtern sind so auch einige Mitglieder oft am Flugplatz und präparieren die Piste oder warten die Flugzeuge.

Dabei achten wir selbstverständlich immer auf die nötigen Sicherheitsbestimmungen um den Corona Virus zu stoppen. So werden Sicherheitsabstände eingehalten und hauptsächlich Mitglieder, die keiner Risikogruppe angehören eingesetzt. Und, wenn nicht gerade eine einsame Fahrt die Piste auf und ab auf dem Traktor angesagt ist, werden auch Masken getragen wo dies nötig ist.

Natürlich sehen wir die vielen Fahrradfahrer an unserem Platz vorbei fahren und wünschten uns nichts lieber, als ihnen unser tolles Hobby zu zeigen! Sobald die Gefahren durch Corona vorüber sind und wir wieder fliegen dürfen freuen wir uns über jeden Besucher am Platz! Gern erklären wir, was der LSV neben Flügen für die Luftrettungsstaffel noch alles macht. Außerdem hoffen wir, dass dann viele der Radlfahrer vielleicht einen kurzen Stopp bei uns einlegen.

Patrick Burkart

Patrick Burkart ist seit 2009 Mitglied im Luftsportverein. Seit 2016 hat er die Aufgabe als Schriftführer übernommen. Neben seiner Leidenschaft fürs Fliegen ist er Student der Wirtschaftsinformatik und spielt Volleyball.

Leave a Reply