Kinderfliegen: 36 Kinderherzen

Kinderfliegen Bild

„Nur Fliegen ist schöner“ ist ein vielzitierter Spruch, den jedoch am Wochenende des 11. und 12. August jeweils 18 Kinder in die Tat umsetzen durften. Nach dreijähriger Zwangspause befand man bereits im März, dass es aufgrund der Anzahl der Piloten, die man sich erst wieder aufbauen musste, wieder möglich sein müsse, im Rahmen des Ferienprogramms das Kinderfliegen zu veranstalten. Dieses Jahr haben wir auch noch finanzielle Unterstützung dafür vom Flughafen München erhalten, die uns die Entscheidung nochmal erleichtert hat.
Zwar mit im Vergleich zum letzten Mal fast komplett neuer Mannschaft, jedoch mit viel Motivation, weil man das Weinfest, sowie den Tag der offenen Tür davor mit Bravour gemeistert hatte, musste ich jedoch drei Dinge feststellen: erstens kommt’s, zweitens anders und drittens als man denkt.

Die Kinder durften live erleben, wie es sich anfühlt Pilot zu sein. Vielleicht hat es ja auch das Interesse einiger geweckt, die dann auch eine Pilotenausbildung bei uns beginnen, so wie Vereinsmitglied Luca hier auf dem Bild.

Die Kinder durften live erleben, wie es sich anfühlt Pilot zu sein. Vielleicht hat es ja auch das Interesse einiger geweckt, die dann auch eine Pilotenausbildung bei uns beginnen, so wie Vereinsmitglied Luca hier auf dem Bild.

Dass ein Ferienprogramm wie der Name schon sagt in der Ferienzeit stattfindet, und dass Ferienzeit für viele auch Urlaubszeit ist, nun, an diesem Umstand wird man wohl nicht vorbei kommen. Und das hieß ja auch, dass der eine oder andere Kollege in Urlaub war, wiederum andere Kollegen in ihrem Beruf diese und viele andere Gleichgesinnte dorthin fliegen mussten und somit auch nicht verfügbar waren.
Doch leider scheint die große Hitze in den vergangenen Wochen dazu geführt haben, dass meine Whatsapp-Nachricht mit dem Aufruf zur Hilfeleistung schlicht im Handy geschmolzen ist, ehe man sie lesen konnte.

Aber letztendlich fanden sich doch gerade mal genug Piloten und Helfer ein, um uns als Verein die Peinlichkeit zu ersparen, sich doch kurzfristig aus dem Ferienangebot verabschieden zu müssen.

Am Samstag ging es ca um 11 Uhr los, als sich alle Kinder nebst ihren Eltern am Flugplatz versammelten. Nach einer kurzen Einweisung und Bitte an alle, an die Sicherheit des Einzelnen zu denken, ging es schon los, die Kinder auf die einzelnen Flugzeuge zu verteilen.

Noch bevor man die Frage stellen konnte, was man denn macht, wenn das Windenseil reißt, lieferten wir die Antwort darauf. Irgendwie schien es wie verhext, Samstag wie Sonntag, beim ersten geplanten Segelflugstart blieb die ASK nach kurzer Anrollstrecke am Boden. Doch nach sachkundiger Reparatur hielt die Geschichte für den Rest des Flugtages.

Nun, die Verteilung der Kinder lief am Samstag doch ein wenig chaotischer als gedacht, und ein sich drehender Wind sorgte nochmals für Verzögerungen, weil man die Startrichtung umdrehen musste. Eine etwas geänderte Organisation sorgte am Sonntag jedoch für reibungslosen Ablauf.

Für die Kinder war es ein Highlight, da grinsten nicht wenige im Kreis. Und der und die eine oder andere blieb uns da im Gedächtnis. Und wer meinte, die Mädels trauen sich weniger zu als die Jungs, musste später doch seinen Irrtum eingestehen.

 

Eine Urkunde für jeden Teilnehmer gab's natürlich auch!

Eine Urkunde für jeden Teilnehmer gab’s natürlich auch!

Eine Achtjährige war kaum mehr zu halten, nachdem sie mit dem Mose eine Runde fliegen durfte, und sie konnte es kaum erwarten, endlich einen Windenstart zu erleben. Nachdem mir ihre Mutter schilderte, daß es der Kleinen so vor gar nichts graust, schlug ich ihr vor, den Piloten zu bitten, einen Parabelflug mit ihr zu machen. Eine Sekunde Schwerelosigkeit, wo kriegt man das sonst? Nachdem wir ihr das schwierige Wort beigebracht hatten, und sie endlich in der Luft war, konnte man das auf und ab der ASK am Himmel beobachten. Absolut selig stieg die Kleine wenig später wieder aus dem Flugzeug. Ich bin mir sicher, sie hab ich dieses Jahr sicher nicht zum letzten Mal gesehen.

 

So auch ein fast fünfjähriges Mädel, die eigentlich nur als Zuschauer dabei war, hat sich sofort mit tellergroßen Augen als Passagier empfohlen, weil ihre große Schwester das Muffensausen bekam und doch nicht mitfliegen wollte. Im Mose konnten wir sie noch ausreichend am Sitz festschnallen, leider war sie für die ASK doch ein wenig zu klein, was dann für eine kleine Träne gesorgt hat.

In der Zwischenzeit wurden die Kinder von fleißigen Helferhänden mit einer kleinen Brotzeit und einen Papierfliegerbastelkurs versorgt, wie auch einer Urkunde mit ihrem Foto drauf, damit sie zum bevorstehenden Schulanfang was herzuzeigen haben.

Ein weiterer kleiner Erfolg für uns, 36 Kindern eine große Freude bereiten zu können und deren lachende Augen sind der Dank an uns alle. Mein persönlicher, besonderer Dank gilt vor allem all den Angehörigen und Freunden die wieder einmal selbstlosen Einsatz für uns geleistet haben. Was täten wir nur ohne Euch?

Ein Gruppenbild der Teilnehmer des Kinderfliegen 2018 am Sonntag.

Ein Gruppenbild der Teilnehmer des Kinderfliegen 2018 am Sonntag.

 

Andreas Sammereier

Andreas ist Elektrotechniker, und seit 2014 Mitglied im LSV. Er kümmert sich um allerlei elektronische Bauteile und ist eines unserer engagiertesten Mitglieder.

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