EDDM

400 Kilometer Bayern

3stündiger Rundflug über München, Starnberg, Kochel- und Walchensee, Tegernsee und Schlierseeregion, Wendelstein, Kampenwand, Chiemsee und Chiemgau und zurück über den Inn nach Landshut. Alle Bilder gibt es ganz unten übrigens nochmal in höherer Auflösung!

Am Freitagnachmittag um 15 Uhr starteten Christoph und ich einen Rundflug über Bayerns schönen Landschaften. Beginnend von der heimatlichen Hallertau die wir Nähe Freising verließen, ging es übers Erdinger Moos. Vorher holten wir vom Tower in München die Einfluggenehmigung in die Kontrollzone, welche südlich der Amper beginnt. In ca. 3200ft Höhe kamen wir nördlich der Landebahn an, wo uns der Tower anwies, in den Gegenanflug der Rwy 08L zu gehen, um einer landenden Maschine ausreichend Platz zu gewähren. Anschließend kreuzten wir westlich des Flughafens den Einflugbereich und an Hallbergmoos vorbei. Dann ab über den Pflichtmeldepunkt Hotel 2, wo uns jedoch der Tower freundlich darauf hinwies, den jedoch westlich um anderthalb Meilen verfehlt zu haben. Doch kein Drama, über Hotel 1, kurz vor dem Speichersee verließen wir wieder die Kontrollzone und machten uns auf nach München.

Weiter ging es nach Fröttmaning über die Allianz Arena, vorbei zwischen Olympia Park und Englischem Garten.

Die bayr. Staatskanzlei mit dem großen Hof und im Hintergrund umgeben von Wald das Maximilianeum

Sehr schön zu sehen war die Bayrische Staatsbibliothek und die St. Ludwigs Kirche, sowie auch die Bayrische Staatskanzlei mit dem Dianatempel.

Natürlich darf das Münchner Wahrzeichen, die Frauenkirche nicht fehlen.

Schließlich führte unser Kurs, um es treffend mit den Worten Fredl Fesls zu sagen, „über Großlapp’n naus“ in Richtung Starnberger See, der zum Fünfseenland gehört, welchen wir von Starnberg beginnend nach Süden, also in Richtung des Werdenfelser Landes überquerten.

Allerdings gaben wir den ursprünglichen Plan, nach Kempten-Durach zu fliegen, noch vor Murnau auf, da sich im Westen der Himmel aufgrund der vorhergesagten Unwetter schon merklich eintrübte. Wir wären schon noch dort angekommen, aber wahrscheinlich wäre ein Weiterflug nicht mehr möglich gewesen.

Also ging es statt dessen weiter über den Kochelsee, von dem man das Walchenseekraftwerk bestaunen kann, hinauf um den dem Estergebirge vorgelagerten Herzogstand und dem Walchensee. Auch hier durfte eine Umrundung nicht fehlen.

Wir setzten unseren Flug südlich der Benediktenwand an der Hinteren Krottenalm vorbei und überquerten Lenggries weiter in Richtung Tegernsee.

 

Auch hier hatten wir einen malerischen Überflug über den See, an Rottach-Egern vorbei. Schön zu sehen sind Bad Wiessee, Tegernsee mit dem ehem. Kloster Tegernsee, welches jetzt ein Gymnasium, ein Bräustüberl und die Schloßbrennerei enthalten. Da soll noch einer sagen, Schule sei doof, ich vermute: Hier eher nicht.

Über die Schlierseeregion war von weitem schon die Wetterstation auf dem Wendelstein zu sehen. Nachdem ich dort schon einige Male hinaufgestiegen bin, war dort ein Überflug längst fällig. Also ging es vorbei am - manchen Skifahrern gut bekannten - Sudelfeld, welches sich zwischen Bayrischzell und Oberaudorf befindet.

Den Wendelstein erreicht man als Nicht-Flieger zum einen die von Brannenburg abgehenden Zahnradbahn, welche sich zum einen unter Denkmalschutz befindet, zum anderen im Film „Wer früher stirbt, ist länger tot“ eine kleine Erwähnung fand. Eine weitere noch bequeme Möglichkeit ist die Wendelstein-Seilbahn, abgehend von Bayrischzell. Die Hartgesottenen gehen zu Fuß vom Parkplatz Unteres Sudelfeld hinauf an den Wendelsteinalmen vorbei.

Dafür kann man sich oben auf der Bergstation mit einer zünftigen Brotzeit belohnen, wirft einem Blick in die Wendelsteinkapelle, oder man setzt einen dreiviertelstündigen Marsch auf den Gipfel nebst Wetterstation fort.

Weiter führte der Flug über die Hohen Asten, der höchstgelegene ganzjährig bewirtschaftete Bergbauernhof in Richtung Inntal, wobei wir über den Großen Riesenkopf den Großen und Kleinen Madron mit der Peterskirche überquerten. Auch hier ein kleiner Wandertipp: Zu erreichen ist der Petersberg über die Forststraße hinter Flintsbach an der Burgruine Falkenstein vorbei. Mit seinen 847m eher nicht als Bergtour zu verstehen, aber er bietet einen grandiosen Ausblick übers Inntal in Richtung Rosenheim und Irschenberg.

Auf dem weiteren Weg in Richtung Kampenwand passierten wir das Kranzhorn, welches genau auf der Grenze Deutschland zu Österreich liegt und als Besonderheit gleich 2 Gipfelkreuze trägt – ein Bayrisches und ein Tirolerisches.

Wir ließen es uns nicht nehmen, die Kampenwand zu umrunden. Beginnend mit der Bergstation der von Aschau hochführenden Seilbahn und die dort befindliche Sonnenalm und Möslarnalm. Dort ist auch ein beliebter Startplatz aller Paragliding-Begeisterten, also aufpassen, daß man nicht so einen „Vogel“ mit der Tragfläche mitnimmt.

Im Uhrzeigersinn kommt man an der Schlechtenbergalm und der sehr bekannten Steinlingalm vorbei, von welcher der Panormaweg zum Ostgipfel führt. Dort haben wir den paar Wanderern beim Gipfelkreuz ein wenig mit den Tragflächen „gewunken“.

Von der 1664m hohen Kampenwand bietet sich ein bezaubernder Blick über den Chiemsee. Diesen flogen wir über Bernau an, direkt in Richtung Herrenchiemsee mit seinem schönen Schloß.

Daneben gleich die Fraueninsel mit ihrem bekannten Kloster (sehr gutes Marzipan und Liköre!) und die kleine Krautinsel, deren Bewohner sich jedoch auf ein paar Kühe beschränken dürfte.

Die Überquerung des Chiemsees beendeten wir mit dem Vorbeiflug an Seebruck mit der aus dem Chiemsee mündenden Alz. Von dort aus flogen wir in Richtung meiner alten Heimat im Chiemgau, der Ortschaft Stein an der Traun mit ihrer Burg, welche als die größte Höhlenburg Europas gilt.

Vorderhalb der 40m senkrechten Felswand befindet sich das Schloß Stein, sowie die Brauerei mit ihren im Felsen eingebetteten Lagerkellern, wie auch an dessen Oberkante das Hochschloß. Der Ort gelangte zu trauriger Berühmtheit, als im Januar 2010 ein omnibusgroßer Felsblock aus der Wand brach und ein Wohnhaus unter sich begrub.

Weiter führte der Flug über das Alztal an Altenmarkt mit der Stiftskirche zu Baumburg und an Trostberg vorbei, und von dort aus weiter nach Norden über Waldkraiburg und rechts quer am Ampfinger Flugplatz, nachdem wir abermals den Inn überquerten.

Die Tour führte somit weiter an Neumarkt-St.Veit, Vilsbiburg und Geisenhausen vorbei, wo wir bereits den Kühlturm des Kernkraftwerk Ohu ausmachen konnten.
Die immer weiter nach unten wandernde Tankanzeige gab dann den Anlaß, den Flugplatz in Landshut anzufliegen, um damit Gerät und Besatzung eine kurze Betankung zukommen zu lassen.
Nach dem Überflug über die Burg Trausnitz und der Stadt flogen wir beim BMW Werk in die Platzrunde ein und landeten nach 2 Stunden 35 Minuten Flugzeit auf der 07 in EDML.

Nachdem der Mose und die Besatzung eine kleine Stärkung genossen haben, setzten wir zum abschließenden Heimflug an und landeten nach weiteren 28 Minuten - kleiner Umweg über Rohrbach inbegriffen - wieder in Auhöfe. Auf dem Weg war dann schon eine merkliche Eintrübung der Luft als Vorbote des angekündigten Unwetters zu bemerken.

Reine Flugzeit betrug 3:03 Stunden und wir haben rund 400 km in der Luft zurückgelegt, jede Menge guter Eindrücke und Fotos inbegriffen und dieses Mal blieb die Maschine, die Vögel und der Stolz des Piloten ohne Schaden.

Ich hoffe, ich konnte alle Landschaften richtig benennen, die wir überflogen und bitte um Nachsicht, sollte ich mich mal geirrt haben. Gern lasse ich mich korrigieren.

Andreas Sammereier

Andreas ist Elektrotechniker, und seit 2014 Mitglied im LSV. Er kümmert sich um allerlei elektronische Bauteile und ist eines unserer engagiertesten Mitglieder.

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